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Tarifrunde | Sparda-Banken

Samstagsarbeit durch die Hintertür? Nicht mit uns!

11.09.2026

ein Foto der ver.di Kampfente

©ver.di

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

der Sparda-Verband hat am Freitag über die Institute eine Erklärung zu den Tarifverhandlungen veröffentlicht. Da sich die Anfragen dazu bei uns häufen, wollen wir uns zu einigen Punkten klarstellend äußern, ohne den noch anstehenden Gesprächen vorzugreifen. Wir glauben, dass Gespräche nur sinnvoll sind, wenn man deren Ergebnis nicht vorher öffentlich diskutiert und so vergeblich versucht, Druck aufzubauen.

Zunächst das Wichtigste: uns wurden die Original-Texte des Tarifvertrages durch den Verband am 27.07.2026 zugestellt. Der Gehaltstarifvertrag wird von ver.di unterzeichnet und somit in Kraft gesetzt. Das haben wir dem Verband auch gesagt und geschrieben.

Der Verband schreibt, dass wir am 30.06., der dritten Verhandlungsrunde, über den Gehaltsund Manteltarifvertrag verhandelt und eine Einigung erzielt hätten. Richtig ist, dass wir den Gehaltstarifvertrag abschließend verhandelt und uns dort geeinigt haben. Über den Manteltarifvertrag haben wir an diesem Tag gar nicht mehr gesprochen.
Richtig ist, dass wir zur Samstagsarbeit ein Angebot gemacht haben, da der Verband betont hat, wie wichtig ihm dazu eine Regelung sei. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass dies an Bedingungen geknüpft war.

Zur Erinnerung: wir haben in der Tarifrunde zu einigen Punkten aus dem Manteltarifvertrag Wünsche eingebracht, wenn eine Überarbeitung des Textes auch aus unserer Sicht gelingen soll: 

  • Verkürzung der Wochenarbeitszeit um mindestens eine Stunde
  • Einstieg in Gespräche zur perspektivischen weiteren Absenkung der Arbeitszeit
  • drei zusätzliche freie Tage für ver.di-Mitglieder
  • ein Vorsorgetag für die Wahrnehmung von Vorsorgeuntersuchungen
  • Ausbau der Entgeltumwandlung, z.B. zum Urlaubskauf
  • Einstieg in Verhandlungen zur Altersteilzeit 

Die Arbeitgeberseite wollte hauptsächlich:

  • die Reduzierung der Nachtarbeit von 20:00 auf 22:00 Uhr
  • die Reduzierung der Unkündbarkeit für über 50-Jährige
  • die drastische Verkürzung der Verjährungsfrist auf drei Monate
  • die Einführung der Samstagsarbeit
  • und weitere Punkte

Im Ergebnis haben wir nach langen und umfangreichen Diskussionen im Rahmen der Gespräche rund um den Manteltarifvertrag erreicht:

  • einen zusätzlichen freien Tag, den sog. „Ehrenamtstag“
  • eine Regelung zu den Vorsorgeuntersuchungen

Die Arbeitgeber haben erhalten:

  • die Verschiebung der Nachtarbeit auf 21:00 Uhr
  • die Verkürzung der Verjährung von 12 auf sechs Monate
  • die Umstellung der Unkündbarkeit auf die neuen Rentenregelungen

Den Samstag hatten wir daher nie vereinbart und warum sollten wir dann diesen im Nachgang auch noch dazu geben, während so viele unserer als wichtig gekennzeichneten Themen nicht mal besprechbar, geschweige denn verhandelbar waren?

Wir wissen, dass den Beschäftigten ihr freier Samstag wichtig ist. Und es geht hier nicht um Recruiting-Messen/Veranstaltungen oder Notfälle, wie z.B. bei technischen Updates oder Problemen.

Der Verband redet vom Samstag als Regelarbeitstag für alle und jeden, wenn es das jeweilige Institut so möchte. Und das machen wir nicht mit. So hatten wir das auch während der laufenden Tarifverhandlungen klar und deutlich adressiert, und das muss dem Arbeitgeberverband auch klar gewesen sein!

Im uns vorliegenden Vorschlag des Verbandes sollte zudem der Zuschlag für genehmigte Samstagsarbeit auch noch auf 25% gekürzt werden. Ein weiterer Punkt, den wir so auf keinen Fall mittragen werden.

Wir würden den Manteltarifvertrag gerne ausgewogen und so wie vereinbart überarbeiten, aber eben nicht um jeden Preis.

Euer ver.di-Verhandlungsteam

Sabine Havemann (Sparda-Bank Hamburg), Dirk Sievers (Sparda-Bank Hannover), Michael Hattemer (Sparda-Bank Südwest), Frank Gärtner (Sparda-Bank BaWü), Michael Koriath (Sparda-Bank Ostbayern), Stefan Wittmann (ver.di), Alexandra Luerssen (ver.di), Laura Rasche (ver.di)

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