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Tarifrunde | Private Banken

Erste Verhandlungsrunde am 8. Oktober

08.10.2026

Weiterer Reallohnverlust? Nicht mit uns!

Kein Angebot. Stattdessen Überlegungen zu Gehaltssteigerungen unterhalb der Inflation, einer langen Laufzeit und Nullmonaten. Die Arbeitgeber haben zum Verhandlungsauftakt deutlich gemacht, wie wenig sie euch entgegenkommen wollen. Ihr verdient mehr. Beim Gehalt und bei euren Zukunftsperspektiven.

In der ersten Verhandlungsrunde in Berlin haben wir eure Forderungen vorgestellt und ausführlich begründet: 6 Prozent mehr Gehalt und 300 Euro mehr im Monat für Nachwuchskräfte, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Außerdem haben wir deutlich gemacht, warum sichere Beschäftigung, verbindliche Regeln für den Wandel der Arbeitswelt und mehr Entscheidungsspielraum über eure Zeit auf die Tagesordnung gehören.

Die Arbeitgeber haben kein eigenes Angebot vorgelegt. Beim Gehalt deuteten sie jedoch an, dass sie sich einen Abschluss unterhalb der Inflationswerte vorstellen können – verbunden mit einer langen Laufzeit und Nullmonaten ohne Erhöhung. Das würde bedeuten: Ihr könntet euch von eurem Gehalt künftig noch weniger leisten.

Xenia Fritzsche, ver.di Private Banken
Nachwuchskräfte trifft die Inflation bei ihren niedrigen Einkommen besonders hart. Zugleich gehen in den nächsten Jahren viele Beschäftigte in Rente. Wer Nachwuchs gewinnen und halten will, muss attraktive Bedingungen bieten. 300 Euro mehr Vergütung sind dafür ein notwendiger Schritt.

Xenia Fritzsche | Mitglied der ver.di-Verhandlungskommission und freigestellte Betriebsrätin bei der Deutschen Bank

Die Monate ohne Gehaltserhöhung würden eure Kaufkraft gerade in der kommenden Zeit zusätzlich belasten. Eine lange Laufzeit würde euch über längere Zeit an einen unzureichenden Abschluss binden. Mehr als 3.000 Beschäftigte haben sich in den letzten Wochen mit einer Unterschrift hinter diese Forderungen gestellt. Die Arbeitgeber hätten mit einem eigenen ersten Angebot euren Einsatz der letzten Jahre wertschätzen können - sie haben diese Möglichkeit nicht ergriffen!

Auch über Tarif braucht es mehr: ÜT-Beschäftigte, jetzt seid ihr gefragt!
Die Arbeitgeberseite hat unser Anliegen, die Tariferhöhung auch auf übertariflich Beschäftigte zu übertragen, sehr deutlich abgelehnt. Damit verweigert sie den ÜT- (AT-) Beschäftigten eine verlässliche Beteiligung an der tariflichen Gehaltsentwicklung – obwohl auch eure Lebenshaltungskosten steigen und ihr zum Erfolg eurer Institute beitragt. Wir brauchen jetzt die starke Stimme der übertariflich bezahlten Beschäftigten, wenn wir in dieser Tarifrunde einen Durch-bruch erreichen wollen. Dieser ist längst überfällig.

Doreen Trolldenier, eine Frau mit kurzen blonden Haaren
Die Arbeitgeber hätten in der ersten Verhandlungsrunde den Weg ebnen können, um die Reallohnverluste der vergangenen Jahre auszugleichen. Stattdessen stellen sie mit Nullmonaten, langer Laufzeit und Gehaltssteigerungen unterhalb der Inflation weitere Kaufkraftverluste in Aussicht.

Doreen Trolldenier | Mitglied der ver.di-Verhandlungskommission und freigestellte Betriebsrätin bei der Commerzbank

Wandel braucht Sicherheit
Auch beim Kündigungsschutz und bei verbindlichen Regelungen zur Transformation zeigten die Arbeitgeber keine Bereitschaft, auf unsere Anliegen einzugehen. Dabei verändern Digitalisierung und Künstliche Intelligenz eure Arbeit bereits heute.

Wer tiefgreifende Veränderungen durch die KI-Transformation erwartet, muss Verantwortung für die Menschen übernehmen, die davon betroffen sind. Wir setzen uns deshalb für einen stärkeren Beschäftigungsschutz sowie verbindliche Personal und Qualifizierungsplanung ein. Ihr braucht Sicherheit und die Chance, euch für neue Aufgaben zu qualifizieren.

Nachwuchskräfte brauchen verlässliche Perspektiven
Die Arbeitgeber lehnen unsere Forderung nach 300 Euro mehr monatlicher Vergütung ab. Auch eine verbindliche unbefristete Übernahme in Vollzeit wollen sie nicht vereinbaren. Für uns ist klar: Wer Nachwuchskräfte gewinnen und halten will, muss ihnen finanzielle Eigenständigkeit und eine verlässliche berufliche Zukunft ermöglichen. Nach erfolgreicher Ausbildung oder erfolgreichem dualem Studium braucht ihr eine Perspektive, auf die ihr bauen könnt.

Selbst entscheiden: Gehalt oder freie Zeit
Auch unser Anliegen, Gehaltsbestandteile freiwillig in bis zu 20 zusätzliche freie Tage pro Jahr umzuwandeln, lehnen die Arbeitgeber ab. Dabei geht es um eure Entscheidung: Ihr sollt wählen können, ob ihr einen Teil eures Gehalts für mehr Zeit einsetzen möchtet – etwa für Familie, Erholung oder Weiterbildung. Dieses Wahlrecht wollen wir tariflich verankern. Gute Personalplanung muss solche Bedürfnisse berücksichtigen.

Krank sein: Bewährte Regelung tariflich sichern
Wir setzen uns als ver.di dafür ein, die bisherige gesetzliche Grundregel für kurze Erkrankungen tariflich abzusichern: bis zu drei Kalendertage ohne ärztliches Attest. Auch das lehnen die Arbeitgeber ab.

Sollten die angekündigten Regierungspläne umgesetzt werden, könnte künftig bereits ab dem ersten Krankheitstag ein ärztliches Attest erforderlich sein. Deshalb wollen wir jetzt eine tarifliche Absicherung erreichen. Ihr sollt kurze Erkrankungen auskurieren können, ohne allein für den Nachweis einen Arztbesuch organisieren zu müssen. Unser Ziel ist eine verlässliche tarifliche Regelung, die euch vor einer allgemeinen Verschärfung und der damit verbundenen Misstrauenskultur schützt.

Andrea Hartmann, ver.di Private Banken
Die Arbeitgeber loben die vertrauensvolle Praxis bei Krankmeldungen ohne Attest, wollen sie aber nicht tariflich absichern. Wer Vertrauen ernst nimmt, macht es verbindlich – statt auf den Gesetzgeber zu verweisen.

Andrea Hartmann | Mitglied der ver.di-Verhandlungskommission und freigestellte Betriebsrätin bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall

Jetzt kommt es auf uns alle an. Mit dir.
Die erste Runde zeigt: Gute Argumente allein werden diese Blockade nicht lösen. Entscheidend ist, dass ihr gemeinsam und sichtbar hinter unseren Forderungen steht. Sprecht mit euren Kolleg*innen über den Verhandlungsauftakt, beteiligt euch an den kommenden Aktionen und gewinnt weitere Kolleg*innen für ver.di. Je mehr wir sind und je stärker wir gemeinsam auftreten, desto mehr können wir durchsetzen. Am 2. November in Frankfurt am Main und am 23. November in Berlin wird weiterverhandelt. Wir erwarten von den Arbeitgebern ein verhandlungsfähiges Angebot und die Bereitschaft, über eure Zukunftsperspektiven zu sprechen.

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