
©ver.di
Zweite Verhandlungsrunde: Arbeitgeberangebot bleibt unzureichend!
In der zweiten Verhandlungsrunde für die Beschäftigten der Tarifbereiche Postbank / PCC Services und Postbank Filialvertrieb AG hat die Arbeitgeberseite ihr Angebot nachgebessert. Das Angebot der Arbeitgeberseite im Überblick:
Entgelt
Die Gehälter sollen in zwei Stufen steigen:
- 2,4 Prozent zum 1. Juli 2026
- 2,3 Prozent zum 1. Juli 2027
- Einmalzahlung für drei Leermonate – die Höhe ist offen
- Laufzeit: 27 Monate
Wir haben die Forderung aufgestellt, die Gehälter um 8 Prozent, mindestens jedoch um 300 Euro zu erhöhen. Das Angebot bleibt damit deutlich hinter unseren Forderungen zurück. Es gibt weiterhin keine soziale Komponente durch eine Mindesterhöhung. Das benachteiligt gerade Beschäftigte mit niedrigen und mittleren Einkommen besonders.
Darüber hinaus sollen die Gehälter erst zum 1. Juli 2026 steigen. Damit entstehen drei Leermonate, die lediglich durch eine bislang nicht bezifferte Einmalzahlung ausgeglichen werden sollen.
Mit diesem Angebot macht die Arbeitgeberseite deutlich: Sie ist nicht einmal bereit, die Inflation auszugleichen – obwohl die Bank Rekordgewinne erzielt und dies mit einer hohen Dividendenzahlung von 1,9 Milliarden Euro beziehungsweise 1,00 Euro je Aktie unterstreicht.

Dieses Angebot ist keine angemessene Antwort auf die Leistung der Beschäftigten. Wer Rekordgewinne erzielt und Milliarden an Aktionärinnen und Aktionäre ausschüttet, muss auch bereit sein, die Einkommen der Kolleginnen und Kollegen spürbar zu erhöhen.
Anna Lisa Trompa | Mitglied des ver.di Verhandlungsteams
Transformation und Sicherheit
Auch beim Thema Transformation bewegt sich die Bank nur unzureichend. Der Kündigungsschutz soll nach Vorstellung der Arbeitgeberseite lediglich um sechs Monate bis zum 30. Juni 2028 verlängert werden. Das ist ein wichtiger Punkt – reicht aber nicht aus.
Zu den Themen Standortsicherung und Qualifizierung zeigt die Bank zwar Gesprächsbereitschaft, macht aber bislang nur unzureichende Lösungsvorschläge. Für die Beschäftigten in den Filialen lehnt die Bank eine Verlängerung tarifvertraglicher Regelungen zur Standortsicherung sogar kategorisch ab.
Nachwuchskräfte
Für Nachwuchskräfte bietet die Arbeitgeberseite keine eigenständigen Verbesserungen an. Stattdessen verweist sie auf die tarifvertraglichen Regelungen des Branchentarifvertrags. Damit fehlt weiterhin jede Bereitschaft, die Regelungen für Nachwuchskräfte der Marke Postbank zu verbessern. Dazu zählen die Anhebung der Ausbildungsvergütungen um 200 Euro, die Weiterentwicklung des Übernahmeanspruchs sowie die Vereinbarung einer festen Ausbildungsquote.
Unsere Botschaft
Die bisherigen Aktionen und Streiks haben Wirkung gezeigt. Ohne den Druck in den Betrieben und Filialen gäbe es diese Bewegung nicht. Die neuen Vorschläge sind jedoch weiterhin völlig unzureichend und weit von einer Einigung entfernt.
Um unsere Forderungen und Themen durchzusetzen, müssen wir den Druck erhöhen! Ein gutes Tarifergebnis gibt es nicht geschenkt. Die nächsten Wochen werden entscheidend. Wir brauchen weiterhin sichtbare Unterstützung in den Betrieben, bei Aktionen und bei weiteren Streiks.
Werde ver.di-Mitglied. Sprich deine Kolleginnen und Kollegen an. Beteilige dich an den Aktionen und Streiks.

Das Angebot der Bank bedeutet Reallohneinbußen für die Postbank-Beschäftigten. Angesichts der Rekordgewinne ist unverständlich, dass die Arbeitgeberseite nicht einmal die Inflation ausgleichen will. Die Spielräume für einen guten Tarifabschluss sind da und müssen genutzt werden.
Jan Duscheck | ver.di-Verhandlungsführer

Je stärker wir gemeinsam auftreten, desto größer ist die Chance auf ein Ergebnis, das den Beschäftigten wirklich gerecht wird.
Euer ver.di-Verhandlungsteam
Susanne Bleidt, Daniela Junk, Kübra Kyei und Ingo Schmitt (Postbank Filialvertrieb AG), Anna-Lisa Trompa, Timo Heider, Jacob Schellenberg, Christoph Tölle (Postbank / PCC Services), Lena Achterholt (Nachwuchskräfte), Kevin Voß, Severin Brinkhaus und Jan Duscheck (ver.di)