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Verhandlungen gescheitert – jetzt entscheidet ihr!
Am 15. Juni fand in Frankfurt die dritte Verhandlungsrunde für die Beschäftigten der Tarifbereiche Postbank / PCC Services und Postbank Filialvertrieb AG statt. Die Gespräche verliefen in einzelnen Punkten konstruktiv. Ein neues Angebot hat die Arbeitgeberseite jedoch nicht vorgelegt. Auch eine ausreichende Annäherung an die Forderungen der Beschäftigten blieb aus.
Nach intensiver Beratung haben die ver.di-Tarifkommissionen deshalb das Scheitern der Verhandlungen erklärt.
Der aktuelle Verhandlungsstand im Überblick
Die Arbeitgeberseite hält an einer Laufzeit von 27 Monaten fest. Die Gehälter sollen ab dem 1. Juli 2026 um 2,4 Prozent und ab dem 1. Juli 2027 um weitere 2,3 Prozent steigen. Für die Monate April, Mai und Juni 2026 ist eine Einmalzahlung vorgesehen, deren Höhe jedoch weiterhin offen ist.
Auch bei den weiteren Themen gibt es bislang keine greifbaren Ergebnisse. Das betrifft die Ausbildungsvergütungen, die Ausbildungsquote, Qualifizierung und Zukunftsperspektiven, die Transformation, die Standort- und Filialsicherung sowie die Entgeltstruktur im Filialvertrieb. Lediglich beim Kündigungsschutz besteht die Bereitschaft, diesen bis zum 30. Juni 2028 zu verlängern.

Gerade im Filialvertrieb erleben die Kolleginnen und Kollegen jeden Tag, wie hoch die Anforderungen geworden sind. Gleichzeitig gibt es bei wichtigen Themen wie der Filialsicherung keine ausreichenden Fortschritte. Die Beschäftigten erwarten zu Recht Perspektiven und Sicherheit. Dafür werden wir weiter kämpfen.
Ingo Schmitt | Mitglied des ver.di Verhandlungsteams
Wir streiten weiterhin für:
- 8 Prozent mehr Entgelt, mindestens 300 Euro monatlich, sowie 200 Euro mehr Ausbildungsvergütung bei 12 Monaten Laufzeit
Darüber hinaus setzen wir uns für weitere Verbesserungen ein:
- eine verbindliche Ausbildungsquote
- einen verlängerten Kündigungsschutz sowie Standort- und Filialsicherung
- Regelungen zu Qualifizierung und Zukunftsperspektiven
- die Weiterentwicklung der Entgeltstruktur im Filialvertrieb
Der Vergleich zwischen unseren Forderungen und Gesprächsthemen auf der einen Seite und dem aktuellen Verhandlungsstand auf der anderen Seite zeigt deutlich: Die Positionen liegen weiterhin weit auseinander. In zentralen Punkten fehlen konkrete Fortschritte. Gleichzeitig ist auf dem bisherigen Verhandlungsweg kein besseres Ergebnis erreichbar.
Deshalb haben die ver.di-Tarifkommissionen das Scheitern der Verhandlungen erklärt. Damit liegt die Entscheidung über die nächsten Schritte nun bei den Mitgliedern. Vom 17. Juni bis 3. Juli findet in den Betrieben der Tarifbereiche Postbank / PCC Services und Postbank Filialvertrieb AG die Urabstimmung über unbefristete Streikmaßnahmen statt. Informationen zur konkreten Durchführung in eurem Betrieb oder eurer Filiale folgen zeitnah.
Am 30. Juni setzen wir noch während der laufenden Urabstimmung die Verhandlungen in einem weiteren Verhandlungstermin fort.
Mit diese Vorgehen wollen wir den Druck steigern und gleichzeitig die Möglichkeit schaffen, zu einem fairen Tarifergebnis zu kommen.

Die Arbeitgeberseite kann eine weitere Eskalation noch verhindern. Beim Verhandlungstermin am 30. Juni besteht die Chance auf eine Lösung – dafür muss die Deutsche Bank endlich ein Angebot vorlegen, das den Leistungen der Beschäftigten gerecht wird.
Jan Duscheck | ver.di-Verhandlungsführer
Jetzt kommt es auf uns alle an
Wir haben in den vergangenen Wochen gezeigt, dass viele Kolleginnen und Kollegen bereit sind, für ihre Forderungen einzustehen. Jetzt reicht es nicht, zuzuschauen. Jetzt braucht es Beteiligung.
Beteiligt euch an der Urabstimmung. Sprecht Kolleginnen und Kollegen an. Macht bei Aktionen mit. Werdet ver.di-Mitglied. Jede Stimme, jede Beteiligung und jedes neue Mitglied stärkt unsere gemeinsame Durchsetzungskraft.
Jetzt entscheidet sich, ob die Arbeitgeberseite mit ihrer Haltung durchkommt – oder ob wir gemeinsam den Druck erhöhen und ein besseres Ergebnis erkämpfen können. Ein faires Tarifergebnis gibt es nicht geschenkt.
Euer ver.di-Verhandlungsteam
Susanne Bleidt, Daniela Junk, Kübra Kyei und Ingo Schmitt (Postbank Filialvertrieb AG), Anna Lisa Trompa, Timo Heider, Jacob Schellenberg, Christoph Tölle (Postbank / PCC Services), Lena Achterholt (Nachwuchskräfte), Kevin Voß, Severin Brinkhaus und Jan Duscheck (ver.di)